Datenschutz

Optische Datenspeicher

(Auszug aus dem 1. Tätigkeitsbericht)
 

Die optische Datenspeicherung entwickelt sich in zunehmenden Maße zu einer Alternative für herkömmliche magnetische Datenträger. Der Begriff optische Datenspeicherung ist abgeleitet vom zugrundeliegenden Aufzeichnungsverfahren mit Hilfe eines Laserstrahles. Anders als bei herkömmlichen Festplatten, deren Schreib-Leseköpfe auf rein magnetischer Basis arbeiten, ist bei den optischen Laufwerken der Laserstrahl zentraler Bestandteil des Gerätes. Durch die Lasertechnologie sind optische Speichersysteme äußerst robust und verfügen über sehr hohe Speicherkapazitäten. Im Gegensatz zu magnetischen Datenträgern gehen hier die Informationen auch bei sehr langen Aufbewahrungszeiten nicht verloren.

Bei einer CD-ROM handelt es sich um einen Nur-Lese-Speicher. Der Anwender kann keinerlei Daten auf die CD schreiben. Die digitalen Daten werden beim Pressvorgang durch einen Laser in Form von Vertiefungen oder Erhöhungen, je nach Intensität des Laserstrahles, fest in das Plastiksubstrat der Oberfläche eingebrannt. Beim Lesen interpretiert die Laufwerkselektronik aus dem unterschiedlichen Reflexionsverhalten des Laserstrahls (bedingt durch die Erhebungen oder Vertiefungen) wieder digitale Daten.

Bei den WORM-Laufwerken handelt es sich im Grunde um CD-ROM-Laufwerke, die nicht nur lesen, sondern auch spezielle CD-ROM-Rohlinge beschreiben können. Die zu speichernden Informationen werden über einen Schreiblaser in die Oberfläche des Speichermediums eingebrannt. Die Oberflächenstruktur ist der CD identisch. An denjenigen Stellen, an denen eine Vertiefung entstehen muss, brennt der Laser das darüberliegende Material weg. Die einmal aufgebrachte Datenstruktur ist nicht mehr zu verändern. WORM-Laufwerke eignen sich daher für die dauerhafte Archivierung von Datenbeständen. Das Lesen erfolgt wie bei der CD durch einen Leselaser.

Magneto-optische (MO)-Laufwerke gewährleisten die Wiederbeschreibbarkeit des Speichermediums. Hier kommen Speichermedien mit hartmagnetischem Material zum Einsatz. Im Zusammenspiel von Laser und Magnetismus werden die Daten auf die magnetische Oberfläche der MO-Scheibe geschrieben. Ein kleiner Hitzelaser erwärmt gezielt das Speichermedium im zu beschreibenden Bereich und die Ausrichtung der Magnetpartikel wird durch den internen Magnetkopf der MO-Laufwerke verändert. Das Lesen erfolgt mit Hilfe eines polarisierten Laserstrahls, wobei sich die Drehrichtung des reflektierten Lichtes je nach der Ausrichtung der Magnetpartikel verändert. Anhand der unterschiedlichen Drehrichtung werden wieder die digitalen Daten erzeugt. Die MO-Laufwerke vereinen die hohen Speicherkapazitäten der optischen Speichermedien und die unbegrenzte Wiederbeschreibbarkeit der magnetischen Medien.

Bei der Auswahl von in der Praxis einzusetzenden Datenträgern müssen bei einer Speicherung personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Gesichtspunkte beachtet werden. Der AK Technik der Konferenz der DSB des Bundes und der Länder hat deshalb auch eine Empfehlung für einen datenschutzgerechten Einsatz dieser optischen Medien erarbeitet (siehe Anlage 32).

Unter den Voraussetzungen der §§ 14 bis 16 ThürDSG haben Betroffene Anspruch auf Berichtigung, Sperrung und auf Löschung ihrer personenbezogenen Daten. Mit herkömmlichen magnetischen Datenträgern (Magnetplatte, Diskette) können diese Forderungen problemlos realisiert werden. Im Gegensatz dazu können diese datenschutzrechtlichen Anforderungen bei CD-ROM und WORM-Platte nur bedingt realisiert werden.

Der Begriff "Löschen" wird in § 3 Abs. 3 Nr. 3 ThürDSG als das Unkenntlichmachen gespeicherter personenbezogener Daten definiert. In Ziffer 3.6 VVThürDSG wird weiterhin dazu aufgeführt: "Können Daten nur unter Zuhilfenahme technischer Mittel zur Kenntnis genommen werden (z. B.: auf Magnetbändern durch Datenverarbeitungsanlagen), dann sind sie unkenntlich, wenn durch technische oder organisatorische Mittel sichergestellt ist, dass sie von niemanden zur Kenntnis genommen werden können." Ein Löschen gemäß § 3 ThürDSG ist weder bei CD-ROM noch bei WORM-Platten technisch möglich. Die aufgezeichneten Daten können nur logisch gelöscht werden. Dieses wird durch die Verwaltungssoftware über entsprechende Verweisdaten gesteuert und für deren Einsatzbereich abgesichert. Mittels spezieller Software ist es jedoch möglich, auf die physisch noch vorhandenen personenbezogenen Daten unbefugt Zugriff zu nehmen.

Um die gesetzlichen Löschungsfristen zu gewährleisten, müssen somit innerhalb kürzester Zeit die Datenbestände ohne die zu löschenden Daten auf einen neuen Datenträger kopiert werden. Der ursprüngliche Datenträger ist dann unverzüglich physisch zu vernichten.

Auch das Berichtigen von Daten durch Überschreiben der Ursprungsdaten ist bei beiden optischen Speicherformen nicht möglich. Bei einer WORM-Platte kann jede unbeschriebene Stelle auf Grund der eingesetzten Aufzeichnungstechnik nur ein einziges Mal mit Daten beschrieben werden.

Sperren ist nach § 3 Abs. 3 Nr. 4 ThürDSG das Kennzeichnen gespeicherter personenbezogener Daten, um ihre weitere Verarbeitung oder Nutzung einzuschränken. Das Sperren bestimmter Daten oder logischer Datensätze ist bei einer WORM-Platte möglich. Entsprechende Kennzeichen werden durch die Verwaltungssoftware in den Verweisdaten gesetzt und bei der Verarbeitung entsprechend berücksichtigt.

Das nach § 3 ThürDSG erforderliche Löschen der Daten kann nach § 15 Abs. 1
Nr. 2 ThürDSG durch eine Sperrung ersetzt werden, falls eine Löschung aus den in § 16 Abs. 4 ThürDSG genannten Gründen unterbleibt. So kann z. B. nach § 16 Abs. 4 Nr. 2 ThürDSG eine Löschung unterbleiben, wenn wegen der besonderen Art der Speicherung eine Löschung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist. Damit sind die Voraussetzungen für Punkt 2 der Empfehlung (siehe Anlage 32) im Freistaat Thüringen gegeben.

Ihr Kontakt zum TLfDI


Logo des TLFDI

Sie brauchen die Hilfe des TLfDI?

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt
Häßlerstrasse 8 | 99096 Erfurt

Tel.: 03 61 / 37 71 900
Fax : 03 61 / 37 71 904

Logo Freistaat Thüringen